Aus TV und Presse

"Zehn Mythen und eine Wahrheit über HIV"

"Trotz wesentlicher weltweiter Fortschritte gegen Aids verlieren wir weiterhin an Boden, da die Rate der Neuinfektionen die Anzahl jener, die in den Entwicklungsländern eine antiretrovirale Therapie beginnen, in den Schatten stellt. ... Der von Dr. James Shelton, Bureau for Global Health, US Agency for International Development, Washington verfasste Kommentar trifft zeitlich mit dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember zusammen. Der Autor diskutiert darin zehn Missverständnisse, von denen er annimmt, dass sie die HIV-Prävention behindern."

in: The Lancet - wissenschaft-online vom Dez 2007

"Vogelgrippevirus wahrscheinlich plazentagängig"

"Der H5N1-Stamm des Vogelgrippe-Virus kann über die Plazenta schwangerer Frauen auf den ungeborenen Fötus übergehen; und bei Erwachsenen können auch andere Organe als die Lunge betroffen sein, berichten die Autoren eines aktuellen Artikels."  In: The Lancet - wissenschaft-online vom Sep 2007

Autologes Knochenmark rettet Herzschock-Patient das Leben

Zwar ist dieser Vorgang noch ein Einzelfall, doch der Erfolg könnte den Medizinern der Universitätsklinik Düsseldorf Auftrieb geben und die deutsche Forschungspolitik maßgeblich beeinflussen: die dortigen Ärzte konnten einem Herzinfarkt-Patienten nach Herzschock weltweit erstmals mit Stammzellen aus seinem eigenen Konchenmark das Leben retten. Andere Therapien hatten bei diesem Patienten, dessen Herz kaum noch Blut pumpen konnte, bisher keinen Erfolg.

Die Arbeit mit adulten Stammzellen gilt hierzulande als ethisch weniger bedenklich als die mit embryonalen Zellen, bei deren Gewinnung Embryonen sterben. In:  Netzzeitung vom 22.09.2007

Außerdem vom 22.09.07:  Trick soll Stammzellforscher vor Strafe schützen

Großbritannien schafft Ärztekittel ab

In Krankenhäusern des Englischen Königreichs sollen Ärzte ab dem kommenden Jahr keine Kittel mehr anziehen, um die steigende Zahl von Infektionen mit Krankenhauskeimen einzudämmen. Das ist Teil eines Plans des Gesundheitsministeriums zur Bekämpfung von bakteriellen Erregern. Auch Krawatten werden als dringend tatverdächtige Keimherde angesehen. In: Netzzeitung vom 19.09.2007

Klonforschung: Züchtung von Chimären aus Mensch und Kuh

Britische Aufsichtsbehörde genehmigt die Herstellung von Zellen aus Mensch und Tier. In der griechischen Mytologie war eine Chimäre ein zusammengesetztes Tier aus drei Wesen (Löwe, Ziege, Schlange). In der modernen Zellforschung sind Chimären Zellen, die von mehreren Arten stammen. Jetzt wurde zwei Forschergruppen in England von der Aufsichtsbehörde gestattet, Mischzellen aus Mensch und Kuh herzustellen. Wozu werden diese Experimente durchgeführt? Ein Gespräch. Im Deutschlandradio vom 6.9.2007

Fieber hilft

Eine höhere Temperatur schadet gesunden Erwachsenen nicht. Zu dieser Erkenntnis kommen amerikanische und deutsche Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Nature Immunology" veröffentlichten.

In manchen Volksweisheiten heißt es, dass eine Erkältung mit Fieber schneller überwunden wird, als ohne. Die Gruppe kommt zu dem Schluß, dass man - bis auf wenige Ausnahmen - Fieber bei Erkrankung nicht bekämpfen sollte, weil es is aller Regel ein Prozess sei, der dem Körpe helfe.  Von Kristin Raabe, dradio.de.

Nabelschnurbluttransplantationen als Therapie bei Kindern mit Leukämie

Nach einer Allel-angepassten Knochenmarkstransplantation sind die 5-Jahres Überlebensraten für Kinder ähnlich wie nach einer Transplantationen von Nabelschnurblut, das sich aber in einem oder zwei Leukozytenantigenen (human leucocyte antigens (HLAs) unterscheiden darf, sogenannte Mismatch-Transplantation. Diese Ergebnisse könnten die Behandlungsoptionen für leukämiekranke Kinder deutlich verbessern.  Wissenschaft-Online, Juli 2007 für TheLancet.com

Kein erhöhtes Risiko durch Krebszellen in Blutspenden

Blutprodukte von Spendern, die an einer unentdeckten Vorstufe von Krebs erkrankt sind, stellen für den Empfänger kein höheres Risiko dar, selbst an Krebs zu erkranken.
Wissenschaftler des Karolinska-Instituts in Stockholm und des Staatlichen Serum-Instituts in Kopenhagen haben in einer groß angelegten Auswertung Daten aus Blutbanken analysiert. Das Ergebnis ist für Empfänger von Blutspenden beruhigend: Unerkannte Krebszellen in Blutprodukten stellen für den Empfänger kein erhöhtes Krebsrisiko durch die Transfusion dar.

Erstmals autologes Nabelschnurblut gegen Leukämie eingesetzt

Weltweit ist zum ersten Mal ein an Leukämie erkranktes Kind erfolgreich mit dem eigenen Nabelschnurblut behandelt worden. Mit 3 Jahren erkrankte das Kind an einer akuten lymphoblastischen Leukämie. Nachdem eine erste Chemotherapie fehlgeschlagen war, erfolgte eine zweite Chemotherapie mit anschließender Infusion von eigenem Nabelschnurblut. Das stammzellreiche Nabelschnurblut war von den Eltern bei der Geburt des Kindes vorsorglich bei der US-Tochter der Leipziger Nabelschnurblutbank gelagert worden. Auch zwei Jahre nach der Behandlung sei das heute sechsjährige Mädchen frei von Leukämiezellen. afp/aerzteblatt.de, 4. Januar 2007

Entfernung von Prionen aus Blutkonserven

Durch Übertragung von Blut von an Scrapie erkrankten Tieren auf gesunde Hamster wurde nach Leukozytendepletion noch 15 von 99 Tieren infiziert. In der Gruppe mit einer zusätzlichen Adsorption der Prionen an eine Affinitätssäule mit dem Harz L13 erkrankte keines von 100 Tieren an Scrapie. Inwiefern dieses Verfahren die Qualität des Blutplasmas verändert, muss noch untersucht werden. Lancet 2006; 368: 2226-2230

Sekundäres Krebsrisiko höher bei Empfängern weiblicher Stammzellspenden

In einer retrospektiven Studie erkrankten 4.6% der Empfänger an einem Sekundärtumor, wenn der Stammzellspender eine Frau war gegenüber 1.8% bei männlichen Stammzellspendern. Ein Grund ist noch unklar.

Etwa die Hälfte der Sekundärtumore waren Hauttumore und konnten als Spinaliome oder Basaliome leicht in Gänze entfernt werden. rme/aerzteblatt.de, 27. November 2006

Zu viel EPO erhöht kardiales Risiko bei Dialyse-Patienten

Wird durch Erythropoetin-Substitution bei anämischen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz der Hämoglobin-Wert zu stark angehoben, führt dies nicht nur zu der erwünschten Besserung der Lebensqualität sondern auch zu einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität und möglicherweise häufiger zur Dialysepflicht. rme/aerzteblatt.de, 16. November 2006

Spezifische Oberflächenmarker von Leukämiestammzellen identifiziert

Ein internationales Team um Dr. Christian Buske von der Medizinischen Klinik III am Klinikum der Universität München hat bei Mäusen mit Leukämie an der Oberfläche der Leukämiestammzellen spezifische Moleküle und andere Charakteristika beschrieben, die bei gesunden, blutbildenden Stammzellen nicht vorkommen. hil/aerzteblatt.de, 15. November 2006

Autologe genmodifizierte CD4-Zellen verhindern Vermehrung von HIV

CD4-Zellen von fünf Patienten mit schwerer, nicht mehr auf Medikamente ansprechender HIV-Infektion wurden mittels Apherese gewonnen und mit einem modifzierten HI-Virus infiziert, der keine pathogenen Gene sondern nur noch antisense-Gene enthielt. Nach Reinfusion der autologen, genmodifizierten CD4-Zellen blieb die Viruslast stabil oder wurde sogar signifikant reduziert. Auch fanden sich keine Nebenwirkungen der Therapie. rme/aerzteblatt.de, 07.11.2006

Krankenhäuser: Klinik der Zukunft hat mehr „arztfreie Zonen“

„Warum sollen hoch bezahlte Ärzte [Diagnosen verschlüsseln,] Blutdruck messen, Blut abnehmen und Infusionsflaschen wechseln?“ Nach den jüngsten Tarifabschlüssen sind Klinikärzte deutlich teurer geworden. Der ökonomische Druck dürfte zu Stelleneinsparungen führen, indem Ärzte zukünftig von vielen Tätigkeiten entlastet werden, die auch von nichtärztlichen Mitarbeitern erledigt werden könnten. Dr. med. Birgit Hibbeler, Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 39 vom 29.09.2006, Seite A-2583

Inhalt abgleichen