Glossare / Lexika

 


--> Dictionary of Transfusion and Transplantation Medicine Terminology (engl.)


--> Kleines Glossar zur Krebsepidemiologie

--> Medizinisches Glossar (gesamt) 

--> Naturwissenschaftlich-medizinisches Glossar

--> EbM-Glossar

 


 

Transfusionsmedizinisches Glossar 

AKS, AKST
Antikörpersuchtest. Mit dem AKST wird im Blut nach irregulären Antikörpern gesucht. Üblicherwise werden dafür 2 bis 4 vordefinierte Testzellen eingesetzt.

Antigen
Substanz, die eine Immunantwort auslöst

Antikörper
Produkte einer plasmatischen Immunantwort; lösliche oder membranständige Proteine bestehend aus 2 langen und 2 kurzen Ketten (lambda und kappa); besitzen Bindungsstellen (v-Regionen) gegen definierte Bereiche auf Antigenen und konstante Bereiche (c-Regionen mit dem endständigen Fc-Bereich) , für die Fc-Rezeptoren existieren; ihre Einteilung erfolgt in die Gruppen IgM, IgD, IgG, IgA und IgE; für IgM sind auch Pentamere bekannt, für IgA Dimere.

autolog
für die selbe Person bestimmt

 

Blutspende
Die Entnahme von Blut oder Blutbestandteilen aus einem freiwilligen Spender.

 

CPD
Stabilisatorlösung für Erythrozytenkonzentrate

 

DCT, DAT
Direkter - Coombs - Test, Direkter Anti-Humanglobulin-Test; dieser labortest zeigt an, ob bereits in vivo Material (Antikörper oder Komplement) an die Oberfläche der Patienten-Erythrozyten gebunden hat.

 

Frischplasma
Durch Zentrifugation aus einer Vollblutspende gewonnenes Produkt

 

Gefrorenes Frischplasma (GFP)
Schockgefrorenes Plasma, bei dem gewährleistet ist, dass auch die labilen Gerinnungsfaktoren im funktionsfähigen Zustand erhalten bleiben. Engl. fresh frozen plasma (FFP).

Genom
Die vollständige DNA Nukleotidsequenz eines Organismus.

Genotyp
Das Paar von Allelen (Varianten eines Gens), das eine Person für ein bestimmtes Gen besitzt. Siehe Haplotyp.

Gerichtete Spende
Spende, bei der die spendende Person angibt oder anderweitig vor der Blutspende bekannt ist, für welchen Empfänger die Blutkomponente verwendet werden soll. XXX Glossar

GFP
Gefrorenes Frischplasma

Good Clinical Practice (GCP)
„Gute klinische Praxis“. Richtlinie über die gute Praxis bei der Durchführung klinische Prüfungen von Arzneimitteln.

Good Laboratory Practice (GLP)
„Gute Laborpraxis“. Analog zu den GMPRegelwerken der Europäische Gemeinschaft.

Good Manufacturing Practice (GMP)
Richtlinien über die gute Praxis der Herstellung („Gute Herstellungspraxis“). GMP ist formal nicht zwingend, stellt aber den de-facto Industriestandard dar und wird oft von den Aufsichtsbehörden zugrunde gelegt. Entwickelt von den Mitgliedern der Pharmazeutischen Inspektions Convention (PIC).

Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD)
Bei Übertragung von allogenen immunkompetenten Zellen auf einen Empfänger mit mangelnder Immunabwehr eintretende Immunreaktion der übertragenen Zellen gegen den Empfänger.

Granulozyten
Immunkompetente Blutzellen, deren wesentliche Funktion ist die Phagozytose von Bakterien ist. Sie bilden zusammen mit den Lymphozyten den Leukozytenanteil des Blutes und werden nur bei besonderen Indikationen therapeutisch eingesetzt. Ihre Gewinnung erfolgt ausschließlich über Granulozyt-Apherese.

GvH-Reaktion
Graft versus host Reaktion. (Abstoßung von transplantiertem Material durch den Wirt)

 

Haplotyp
Eine bestimmte Kombination von Allelen (Varianten eines Gens) oder Varianten einer Nukleotidsequenz, die auf demselben Chromosom eng beieinander liegen und deswegen meist zusammen vererbt werden. Siehe Genotyp.

Hepatitis A (HAV)
Picornavirus. Einzelstrang RNA mit einem Genom von ca. 7.500 Nukleotiden. Verursacht mehrwöchige, schwere Krankheitssymptome mit Mortalität bei 0,1%. Nach überstandener Infektion keine bleibenden Schäden und keine chronische Persistenz. Prävalenz in der Bevölkerung einschließlich Erst- und Mehrfachblutspender um 1%. Aktive Impfung möglich. In Deutschland bei Blutspendern keine spezifischer Nachweis vorgeschrieben.

Hepatitis B (HBV)
Hepadnavirus. Lineare Doppelstrang DNA mit einem kleinen Genom von ca. 3.200 Nukleotiden. Verursacht mehrwöchige, schwere Krankheitssymptome mit Mortalität bei 1%. Nach überstandener akuter Infektion chronische Persistenz in 10% mit der möglichen Entwicklung bleibender Schäden wie Leber- zirrhose und Leberzellkarzinom. Prävalenz in der Bevölkerung einschließlich Erstblutspender bis zu 1%. Lebenslanger Ausschluss von Blutspende. Aktive Impfung möglich. Spezifischer Nachweis seit den 1970er Jahren möglich. In Deutschland HBsAg-Nachweis vorgeschrieben.

Hepatitis C (HCV)
Wesentliche Ursache der bis in die 1990er Jahre als non Anon B-Hepatitis häufiger beobachteten transfusionsassoziierten Hepatitis. Flavivirus. Einzelstrang RNA mit einem Genom von ca. 10.000 Nukleotiden. Verursacht mehrwöchige eher geringe Krankheitssymptome mit geringer Mortalität. Nach überstandener akuter Infektion in bis zu 50% chronisch persistierende Hepatitis mit der möglichen Entwicklung bleibender Schäden wie Leberzirrhose. Prävalenz in der Bevölkerung einschließlich Erstblutspender ca. 0,1%. Lebenslanger Ausschluss von Blutspende. Keine Impfung möglich. Spezifischer Nachweis frühestens seit 1990 möglich. In Deutschland anti-HCV- und HCV-RNA-Nachweis vorgeschrieben.

Herstellen
Herstellen ist das Gewinnen, das Anfertigen, das Zubereiten, das Beoder Verarbeiten, das Umfüllen einschließlich Abfüllen, das Abpacken und das Kennzeichnen (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 14 AMG).

Herstellung
Prozess der Präparation von Blutprodukten einschließlich ihrer Freigabe, d. h. das Anfertigen, das Zubereiten, das Be- oder Verarbeiten, das Umfüllen einschließlich Abfüllen, das Abpacken und das Kennzeichnen von Blutprodukten einschließlich der damit verbundenen Inprozess- und Freigabeprüfungen. In der Meldung nach § 21 TFG ist unter Gewinnung/Herstellung die Summe aller hergestellten Produkte, unabhängig von ihrer späteren Verwendung anzugeben; Verlust wie z. B. abgebrochene bzw. mängelbehaftete Präparationen, Verfall sowie Export sind als Teilmengen davon zu verstehen.

HIV – Humanes Immundefizienz Virus
Retrovirus. Die Ursache von AIDS. Einzelstrang RNA mit einem Genom von ca. 9.000 Nukleotiden. Chronisch persistierend mit der obligaten Entwicklung einer Immunschwäche. Prävalenz in der Bevölkerung ca. 0,1%. Inzidenz unter Erstblutspender ca. 0,01%, unter Mehrfachblutspendern ca. 0,001%. Lebenslanger Ausschluss von Blutspende. Keine Impfung möglich. Auftreten in Deutschland um 1982. Spezifischer Nachweis seit 1985 möglich. In Deutschland anti-HIV-Nachweis vorgeschrieben.

HLA
Abk. für ; Merkmale auf jeder kernhaltigen Zelle des Körpers, die den betreffenden Organismus eindeutig identifizieren; dient zur immunologischen "Unterscheidung" zwischen "fremd" und "selbst". Die Merkmale werden eingeteilt in HLA Klasse-I (A-, B- und Cw) und HLA Klasse-II (DR, DQ, DP) Antigene.

Homologe Transfusion
veraltet; siehe allogene Transfusion.

Hyperimmunisierung
Mehrfache Verabreichung von Impfstoffen oder anderen Antigenen zur verstärkten Bildung spezifischer Immunglobuline; bei der Anzahl der Impfstoffdosen, den Zeitabständen zwischen den Impfstoffgaben und der Art der Verabreichung kann von für Schutzimpfungen zugelassenen Impfschemata abgewichen werden.

Hyperimmunplasma
Plasma mit hoher Konzentration spezifischer Immunglobuline [zur Herstellung spezifischer Immunglobuline], das von ausgewählten oder hyperimmunisierten Spendern gewonnen wird (internationale Bezeichnung plasma for special purposes).

Hämapherese
Entnahme von Blutbestandteilen aus dem zirkulierenden Blut mittels Separatoren. Synonym Apherese.

Hämolyse
Abbau von Erythrozyten durch Zerstörung ihrer Zellmembran und Freisetzung von Hämoglobin.

Hämolysin
Antikörper, der in Gegenwart von Komplement eine Hämolyse von Erythrozyten bewirken kann.

Hämotherapie
Anwendung von Blutkomponenten und Plasmaderivaten.

 

Immunglobuline
Antikörperproteine in Plasma, Serum, Interstitium oder auf Zelloberflächen.

Immunglobuline, spezifische
Immunglobulinpräparation mit gleich bleibend hoher, für das jeweilige Produkt festgelegter Antikörperkonzentration gegen einen bestimmten Krankheitserreger oder bestimmte Antigene. Sie werden Patienten zur Verhütung einer Erkrankung oder zwecks Blockierung einer aktiven Antikörperbildung, seltener auch mit therapeutischer Indikation, verabreicht.

Immunisierung, aktive
Stimulation des Immunsystems durch Verabreichung von Impfstoffen aus abgeschwächten (Lebendvakzine) oder abgetöteten (Totvakzine) Krankheitserregern (meist in Form einer Schutzimpfung, wodurch eine spätere Erkrankung verhütet werden kann) oder definierten Antigenen (beispielsweise Erythrozyten, rekombinante Antigene).

Immunisierung, passive
Gabe spezifischer Immunglobuline bei nicht aktiv immunisierten Personen, um nach Kontakt mit einem Erreger oder mit (potenziell) erregerhaltigem Material das Auftreten der betreffenden Erkrankung zu verhüten oder die Bildung bestimmter Antikörper nach Antigenexposition zu verhindern.

Immunisierung, primäre
Initiale, langsame Immunantwort auf ein fremdes Antigen. Dabei erfolgt zunächst die Bildung von Immunglobulinen des IgM-Typs.

Immunisierung, sekundäre
Schnelle Immunantwort (= Sekundärantwort, „Boosterung“) mit Bildung von Antikörpern des IgG-Typs als Reaktion auf eine zweite oder weitere Stimulierung durch ein fremdes Antigen.

Immunthrombozytopenische Purpura (ITP)
Schweres Krankheitsbild, das durch kleinflächige Blutungen (Petechien) als Folge eines Abbaus der patienteneigenen Thrombozyten durch Autoantikörper gegen Thrombozyten gekennzeichnet ist. Thrombozytentransfusionen sind im Allgemeinen wirkungslos und relativ kontraindiziert. Synonym Idiopathisch-thrombozytopenische Purpura.

In vitro
Ausserhalb des lebenden Körpers, z. B. im Reagenzglas.

In vivo
Im lebenden Körper.

Indikation
Das Anwendungsgebiet eines Arzneimittels, nämlich die Voraussetzungen beim Patienten, die eine Anwendung des Arzneimittels angezeigt sein lassen.

Infusion
Parenterale, meist intravenöse Applikation von zellfreien Lösungen mit Ausnahme von Blutplasma. Siehe Transfusion.

Inverkehrbringen
Inverkehrbringen ist das Vorrätighalten zum Verkauf oder zu sonstiger Abgabe, das Feilhalten, das Feilbieten und die Abgabe an andere (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 17 AMG).

Isoagglutinin
Obligat auftretende Allo-Antikörper wie anti-A oder anti-B (fast immer vom IgM-Typ). Blutgruppe 0 immer anti-A und anti-B Blutgruppe A immer anti-B Blutgruppe B immer anti-A Blutgruppe AB keine Isoagglutinine

 

Kreuzprobe
In-vitro-Untersuchung, bei der Empfängerserum und Spendererythrozyten (früher Majortest; siehe: Majorkreuzprobe) miteinander inkubiert werden. Hämolyse oder Agglutinationsphänomene deuten auf eine Unverträglichkeit. Synonym: serologische Verträglichkeitsprobe.

Kälteagglutinin
Antikörper, dessen Reaktionsoptimum bei + 4°C liegt und der bei + 37°C keine Agglutination verursacht. Tritt oft als Autoantikörper auf und kann Hämolyse verursachen.

 

Leukozyten
Immunkompetente Blutzellen. Hauptbestandteile sind Lymphozyten und Granulozyten, zum ganz geringen Anteil auch Blutstammzellen. Während der Aufarbeitung von Vollblut finden sich die Leukozyten zusammen mit den Thrombozyten im sogenannten „Buffy coat“.

Leukozytendepletiert
Zustand nach Entfernung von Leukozyten aus Blut und Blutprodukten unter einen gewissen Schwellenwert (<10 hoch 6 pro Einheit)durch den Hersteller (also vor der Lagerung). In Deutschland für Erythrozytenpräparate weitgehend vollständig eingeführt zum 1. April 2001, vom PEI vorgeschrieben für Erythrozyten- und Thrombozytenpräparate ab 1. Oktober 2001.

Lymphozyten
Immunkompetente Blutzellen, deren wesentliche Funktionen die Elimination von Viren bzw. die Produktion von Antikörpern ist. Man unterscheidet viele Unterformen, z. B. T-Lymphozyten und B-Lymphozyten. Sie bilden zusammen mit den Granulozyten den Leukozytenanteil des Blutes und für einzelne Unterformen der Lymphozyten gibt es einige wenige experimentelle therapeutische Indikationen. Ihre Gewinnung erfolgt nur experimentell evtl. im Rahmen von Zytapheresen. T-Lymphozyten können Viren eliminieren und fremdes Gewebe zerstören aber auch eine Transplantat-Abstoßung und eine transfusions-assoziierte GvHD verursachen. B-Lymphozyten, in der Form der Plasmazelle produzieren Antikörper.

 

Majorkreuzprobe
Verträglichkeitsprobe von Spendererythrozyten mit Empfängerserum zum Nachweis von Antikörpern im Empfängerserum (in den deutschsprachigen Ländern vor jeder Transfusion vorgeschrieben).

Mehrfachspender
Spender, für den der Spendeeinrichtung eine Vorspende mit Laborbefund vorliegt.

messenger DNA (mDNA)
Die DNA Nukleotidsequenz von Genen wird in eine RNA transkribiert. Gespleißte RNA, aus der Proteine translatiert werden, bezeichnet man als mRNA.

MHN o. Mhn
Abk. für Morbus haemolyticus neonatorum; Erkrankung des Kindes: Abbau fetaler Erythrozyten durch Antikörper der Schwangeren; diese können die Plazentaschranke penetrieren. Folge: fetale Anämie oder Hämolyse. Häufige maternale AK sind von der Spezifität Anti-D, Anti-c, Anti-K, Anti-E, etc.

Minorkreuzprobe
Verträglichkeitsprobe von Spenderplasma oder -serum mit Empfängererythrozyten zum Nachweis von Alloantikörpern des Spenders (selten notwendig).

Morbus hämolyticus neonatorum (MHN)
Erkrankung bei Neugeborenen, bei der Erythrozyten durch mütterliche Alloantikörper hämolysiert werden. Synonym: Erythroblastose; engl.: Hemolytic disease of the newborn (HDN).

Mutation
Jede Veränderung der DNA Nukleotidsequenz gegenüber der üblichen DNA Nukleotidsequenz eines Genoms.

 

Nachuntersuchungsproben
Anlässlich einer Blutspende aufbewahrte Blutproben eines Spenders, die im Rahmen eines Rückverfolgungsverfahrens die Nachuntersuchung der Ausgangsspende auf Infektionsmarker ermöglichen.

Nadir
Niedrigster Wert in einem beobachteten Zeitraum

Nebenwirkung
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eines Arzneimittels auftretenden unerwünschten Begleiterscheinungen (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 13 AMG).

Non A-non B-Hepatitis
Wesentliche Ursache der bis in die 1990er Jahre als non A-non B-Hepatitis häufiger beobachteten transfusionsassoziierten Hepatitis war das Hepatitis C-Virus.

 

Parenteral
Aufnahme in den Körper unter Umgehung des Verdauungstraktes, z. B. durch intravenöse Infusion (Gegenteil enteral).

Parvovirus B19
Parvovirus. Einzelstrang DNA mit einem Genom von ca. 5.600 Nukleotiden. Viruskapsid ohne Hüllmembran, deswegen keine oder verminderte Inaktivierung durch gängige Virusabreicherungsverfahren. Verursacht keine oder geringe akute Krankheitssymptome Ringelröteln (Erythema infectiosum). Nach überstandener Infektion keine bleibenden Schäden und keine Persistenz. Bei immuninkompetenten Patienten jedoch chronische Persistenz insbesondere in erythropoietischen Stammzellen mit der Folge einer chronischen Anämie möglich. Diaplazentare Übertragung beschrieben. Prävalenz in der Bevölkerung einschließlich Erstund Mehrfachblutspender über 50%. In Deutschland bei Blutspendern kein spezifischer Nachweis vorgeschrieben.

PEG
Polyethylenglycol. Laborreagenz zur Durchführung von immunhämatologischen Untersuchungen, z.B. AKST und Kreuzproben in Gegenwart von Coombs-Serum. Alternative zu LISS-Coombs Testen

Pharmazeutische Regeln, anerkannte
Anerkannt sind pharmazeutische Regeln, wenn sie von der Deutschen Arzneibuch Kommission oder der Europäischen Arzneibuch Kommission beschlossen und im Deutschen Arzneibuch oder dem Europäischen Arzneibuch enthalten sind (siehe § 55 AMG), ferner Regeln, die in den revidierten Grundregeln der Weltgesundheitsorganisation für die Herstellung von Arzneimitteln und die Sicherung ihrer Qualität enthalten sind (GMP Richtlinien, BAnz 1, 1978).

Pharmazeutischer Unternehmer
Pharmazeutischer Unternehmer ist, wer Arzneimittel unter seinem Namen in den Verkehr bringt (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 18 AMG).

Phytotherapie
Pflanzenheilkunde; zur Behandlung von Krankheiten werden Pflanzenbestandteile und die darin enthaltenen, meist mehreren Wirkstoffe eingesetzt.

Phänotyp
Die körperlichen Eigenschaften eines Organismus.

Plasma
Blutflüssigkeit von ungeronnenem Blut. Siehe gefrorenes Frischplasma (als therapeutisches Blutprodukt) und Serum.

Plasma für besondere Zwecke
Plasma, das zur Herstellung von spezifischen Immunglobulinen geeignet ist.

Plasma zur Fraktionierung
Plasma, aus dem Plasmaderivate hergestellt werden.

Plasma zur Fraktionierung aus Vollblut/Apherese
Plasma zur industriellen Weiterverarbeitung, ausgenommen Hyperimmunplasma.

Plasma, einem Verfahren zur Virusinaktivierung unterworfen
z. B. mittels Solvent-Detergent-Verfahren behandeltes Plasma (im Gegensatz zu gefrorenem Frischplasma (GFP).

Plasmaderivate
Plasmaderivate werden aus Plasma durch Fraktionierung hergestellt, wie Faktorenkonzentrat, PPSB, Albumin. Ihre Herstellung erfolgt üblicherweise durch Plasmapools. Sie werden Verfahren zur Virusinaktivierung/-abreicherung unterzogen.

Polymorphismus
Jede Position der DNA Nukleotidsequenz des Genoms, die eine Variabilität innerhalb der Population aufweist.

Posttransfusionspurpura (PTP)
Krankheitsbild, das durch großflächige Blutungen (Purpura) als Folge eines Abbaus transfundierter, allogener Thrombozyten durch Alloantikörper gegen Thrombozyten mit begleitendem Verbrauch der patienteneigenen Thrombozyten gekennzeichnet ist. Thrombozytentransfusionen sind im Allgemeinen wirkungslos und relativ kontraindiziert.

Prüfplan
Schriftlicher Plan zur Vorbereitung der klinischen Prüfung von Arzneimitteln. Der Plan soll Angaben zu den Punkten enthalten, die in den Grundsätzen für die ordnungsgemäße Durchführung der klinischen Prüfung von Arznei- mitteln vom 9.12.1987 (BAnz S. 16617) enthalten sind, z. B. das Prüfdesign, die Zahl der Probanden mit Begründung, den Prüfungsablauf mit Untersuchungsterminen und die Kriterien für den Abbruch der Prüfung.

 

Qualität
Qualität ist die Beschaffenheit eines Arzneimittels, die nach Identität, Gehalt, Reinheit, sonstigen chemischen, physikalischen, biologischen Eigenschaften oder durch das Herstellungsverfahren bestimmt wird (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 15 AMG).

 

Restriktionsenzym
Ein meist bakterielles Enzym, das eine DNA schneidet, wenn diese DNA eine bestimmte kurze DNA Nukleotidsequenz aufweist.

Restriktionsfragment-Längenpolymorphismus (RFLP)
Variabilität der DNA Sequenz, die zum Schneiden bzw. nicht-Schneiden der DNA durch eine Restriktionsenzyms führt. Dies wird erkannt durch die unterschiedliche Größe der dadurch nachweisbaren DNA Fragmenten. Engl. Restriction Fragment Length Polymorphism.

Rückverfolgungsverfahren (Look back)
Verfahren zur Aufdeckung möglicher weiterer infektiöser Blutprodukte bzw. infizierter Empfänger, falls bei einem Spender oder bei einem Empfänger von Blutprodukten eine schwerwiegende Infektion festgestellt wird bzw. der begründete Verdacht einer Infektion besteht.

 

Sera
Sera sind Arzneimittel, die aus Blut, Organen, Organteilen oder Organsekreten gesunder, kranker, krank gewesener oder immunisierend vorbehandelter Lebewesen gewonnen werden, spezifische Antikörper enthalten und die dazu bestimmt sind, wegen dieser Antikörper angewendet zu werden (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 3 Satz 1 AMG).

Serum
Blutflüssigkeit von geronnenem Blut. Siehe Plasma.

Single nucleotide polymorphism (SNP)
Variabilität einer DNA-Nukleotid- Sequenz infolge der Änderung eines einzelnen Nukleotids. Dt. (einzelner) Nukleotid- Polymorphismus.

Spende (Blutspende)
Die Spende ist die einem Menschen entnommene Menge an Blut oder Blutbestandteilen, die Arzneimittel ist oder zur Herstellung von Arzneimitteln bestimmt ist (Begriff des Transfusionsgesetzes nach § 2 Satz 1).

Spendeeinrichtung
Einrichtungen, durch die Spenden entnommen werden (Begriff des Transfusionsgesetzes nach § 2 Satz 2). Vom Gesetzgeber gemeint ist wohl Einrichtung, in der Spenden entnommen werden.

Standard Operation Procedure (SOP)
Standardarbeitsanweisungen bzw. Dienstanweisungen stellen eine QM-Verfahrensanweisung dar, in denen der Zweck einer Tätigkeit bzw. Aufgabenstellung und deren Anwendungsbereich beschrieben wird. In ihnen wird festgelegt, was durch wen, wo und wie getan werden muss. Die benutzten Einrichtungen, Materialien und Hilfsmittel sowie die Überwachungs- und Dokumentationsmethoden müssen festgelegt werden.

 

Testsera
Testsera sind Arzneimittel, die aus Blut, Organen, Organteilen oder Organsekreten gesunder, kranker, krank gewesener oder immunisierend vorbehandelter Lebewesen gewonnen werden, spezifische Antikörper enthalten und die dazu bestimmt sind, wegen dieser Antikörper verwendet zu werden, sowie die dazu gehörenden Kontrollsera (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 6 AMG).

Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
Schweres Krankheitsbild, das durch kleinflächige Blutungen (Petechien) als Folge einer Thrombozytopenie bei gleichzeitiger Neigung zur Thrombose gekennzeichnet ist. Thrombozytentransfusionen sind wirkungslos und kontraindiziert. Synonym Morbus Moschcowitz

Thrombozyten
Blutplättchen. Zellkernfreie gerinnungsaktive Blutzellen bzw. Zellfragmente. Während der Aufarbeitung von Vollblut finden sich die Thrombozyten zusammen mit den Leukozyten im sogenannten „Buffy coat“.

Thrombozyten-Präparat (Pool-Thrombozytenkonzentrat)
Aus mehreren, meist 4 bis 6 steril zusammengeführten Einzel-Thrombozytenkonzentraten oder „Buffy coat“ aus Vollblutspenden hergestelltes Thrombozytenkonzentrat. Für die Meldung nach § 21 TFG zählen hierzu auch die leukozytendepletierten Thrombozytenkonzentrate (seit 1. Oktober 2001 in Deutschland vorgeschrieben), die als Teilmenge jedoch nochmals gesondert auszuweisen ist.

Toxikologie
Lehre der schädlichen Wirkungen chemischer Substanzen auf lebende Organismen. Transfusion Der international gebräuchliche Begriff „Transfusion“ bedeutet die Übertragung von menschlichen Blutkomponenten auf einen Patienten (Transfusionsempfänger). Er wird in den Hämotherapie-Richtlinien synonym mit „Anwendung von Blutkomponenten“ verwendet. Parenterale, fast immer intravenöse Applikation von Blutbestandteilen einschließlich Blutplasma. Siehe Infusion.

TRALI
transfusion related acute lung injury = Transfunsionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz

Transfusionsbeauftragte Person
In der Krankenversorgung tätige qualifizierte approbierte ärztliche Person, die in jeder Behandlungseinheit, in der Blutprodukte angewendet werden, bestellt wird und über transfusionsmedizinische Grundkenntnisse und Erfahrungen verfügt.

Transfusionseinheit
Aus einer Blut- bzw. Apheresespende gewonnene/hergestellte, zur Transfusion bestimmte Einzeldosis eines zellulären oder plasmatischen Blutprodukts.

Transfusionskommission
Kommission für transfusionsmedizinische Angelegenheiten, die in Einrichtungen der Krankenversorgung mit einer Spendeeinrichtung oder mit einem Institut für Transfusionsmedizin oder in Einrichtungen der Krankenversorgung mit Akutversorgung zu bilden ist.

Transfusionsverantwortliche Person
Qualifizierte approbierte ärztliche Person, die in Einrichtungen der Krankenversorgung, die Blutprodukte anwenden, bestellt wird und für die transfusionsmedizinischen Aufgaben verantwortlich ist. Sie ist mit den dafür erforderlichen Kompetenzen auszustatten.

Transkription
Das Kopieren bestimmter Abschnitte der DNA eines Genoms, z. B. die DNA eines Gens, in die RNA. Translation Die Synthese eines Proteins anhand der mRNA.

Transplantat
Zur Übertragung auf einen Patienten vorgesehenes, meist menschliches Gewebe, einschließlich Knochenmarksflüssigkeit und Blutstammzellen.

Transplantation
Übertragung von Geweben, im Allgemeinen von Organen; aber auch von Knochenmarksflüssigkeit oder Blutvorläuferzellen / hämatopoetischen Stammzellen.

 

Verlust
Als „Verlust“ wird die Nicht-Verwendbarkeit einer gewonnenen Spende oder eines aus Blut hergestellten Blutprodukts oder eines anderen aus Blut hergestellten Arzneimittels bezeichnet, wenn zwischen Entnahmebeginn und Freigabe Ereignissen auftreten, die den vorzeitigen Abbruch der Entnahme bedingen und/oder der Freigabe zur Verwendung aus arzneimittelrechtlichen Gründen entgegenstehen bzw. zum Rückruf einer/eines bereits freigegebenen Präparation/Präparats führen, z. B. durch Bruch, Belüftung, Laborbefunde, Prüfergebnisse, vertraulicher Selbstausschluss, nachträglich bekannt werdender medizinischer Ausschlussgrund, behördlicher Ausschluss, Qualitätsmängel bei Inspektion u. ä. Für die Meldung nach § 21 TFG zählen hierzu auch Produkte, die zur Durchführung von Qualitätskontrollen verwendet werden.

Vertraulicher Selbstausschluss
Eine spendende Person macht, nachdem sie sich zunächst die Spende regulär entnehmen lies, von der Möglichkeit Gebrauch, die Spende nicht zur Transfusion freizugeben. Der vertrauliche Selbstausschluss dient dazu, die Gefahr einer Infektionsübertragung zu vermeiden, falls eine spendende Person z. B. aus persönlichen oder sozialen Gründen an einer Spendeentnahme teilnehmen will, obwohl sie bei sich ein mögliches Infektionsrisiko vermutet. Engl.: confidential unit exclusion.

Verträglichkeitsprobe
In-vitro-Untersuchung, bei der Empfängerserum und Spendererythrozyten (früher Majortest; siehe: Majorkreuzprobe) miteinander inkubiert werden. Hämolyse oder Agglutinationsphänomene deuten auf eine Unverträglichkeit. Synonym: Kreuzprobe.

Virusinaktivierung
Verschiedene Verfahren bei der Herstellung von Plasmaderivaten, die auch als Virusabreicherung bezeichnet werden und durch die Beseitigung oder wesentliche Verminderung der Infektiosität für bestimmte Viren validiert werden. Einige Viren werden nicht durch alle üblichen Verfahren verlässlich inaktiviert.

vWF
Abkürzung für von-Willebrand-Faktor

 

Wirkstoffe
Wirkstoffe sind Stoffe, die dazu bestimmt sind, bei der Herstellung von Arzneimitteln als arzneilich wirksame Bestandteile verwendet zu werden (Begriff des Arzneimittelgesetzes nach § 4 Abs. 19 AMG).

 

Xeno...
Fremd

Xga
Bestimmtes Antigen, dessen codierendes Gen auf dem X-Chromoson liegt

 

Zeitweiliger Lebensmittelpunkt
Ein zeitweiliger Lebensmittelpunkt wird dann angenommen, wenn an diesem Ort ein ständiger Wohnsitz vorliegt bzw. eine längere berufliche Tätigkeit ausgeübt wird. Für Urlaubsreisende gilt diese Einordnung nicht, sofern ein Intimkontakt zur einheimischen Bevölkerung verneint wird.